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Der Gardasee ist für Motorradfahrer weit mehr als ein klassisches Urlaubsziel am Wasser. Rund um Italiens größten See treffen mediterranes Flair, steile Felswände, kleine Bergdörfer und ein außergewöhnlich dichtes Netz an kurvenreichen Straßen aufeinander. Zwischen Riva del Garda, Limone sul Garda, Gargnano, Salò, Garda, Malcesine und Torbole wechseln sich Seepanoramen und Gebirgslandschaften auf engstem Raum ab. Genau diese Mischung macht einen Motorradurlaub am Gardasee so abwechslungsreich.
Besonders reizvoll ist die Lage zwischen den südlichen Alpen und der norditalienischen Ebene. Im Norden ragen die Berge unmittelbar am Wasser auf, während sich die Landschaft Richtung Süden zunehmend öffnet. Für eine Motorradtour rund um den Gardasee bedeutet das: morgens durch alpine Täler und enge Bergstraßen fahren, mittags direkt am See einen Espresso trinken und am Nachmittag bereits wieder auf einer aussichtsreichen Höhenstraße unterwegs sein.
Kaum eine italienische Urlaubsregion bietet Motorradfahrern eine derartige Auswahl. Direkt am See verlaufen die bekannten Uferstraßen, doch das eigentliche Motorradrevier beginnt häufig wenige Kilometer oberhalb des Wassers. Dort führen kleinere Straßen durch Olivenhaine, Wälder und historische Dörfer hinauf auf Hochflächen und zu Aussichtspunkten.
Die Motorradregion Gardasee reicht dabei weit über das unmittelbare Seeufer hinaus. Im Westen warten die Berge der Provinz Brescia und das Valle Sabbia, im Norden das Trentino mit zahlreichen Passstraßen, östlich erhebt sich der Monte Baldo und südlich locken die sanfteren Landschaften rund um das südliche Seeufer.
Eine der bekanntesten Straßen am Gardasee ist die Gardesana Occidentale am westlichen Ufer. Die SS45bis verbindet unter anderem Salò, Gargnano, Limone sul Garda und Riva del Garda. Gerade im nördlichen Bereich wurde die Straße spektakulär zwischen Felswand und See gebaut.
Tunnel, Galerien und immer wieder auftauchende Ausblicke auf das tiefblaue Wasser machen diese Strecke unverwechselbar. Für Motorradfahrer ist die Fahrt besonders eindrucksvoll, wenn nach einem längeren Tunnel plötzlich wieder das Sonnenlicht und das Panorama des Lago di Garda erscheinen.
Die Gardesana ist allerdings keine Rennstrecke. Gerade während der Hauptreisezeiten herrscht reger Verkehr. Wer das Erlebnis genießen möchte, sollte entsprechend entspannt fahren und nach Möglichkeit verkehrsärmere Tageszeiten nutzen.
Limone sul Garda gehört zu den bekanntesten Orten am Gardasee und ist ein beliebter Zwischenstopp einer Motorradtour entlang des Westufers. Der historische Ortskern liegt unmittelbar zwischen dem See und den steil aufragenden Bergen.
Die engen Gassen, die Promenade und die traditionellen Zitronengärten sorgen für jenes mediterrane Ambiente, das viele Motorradfahrer mit einem Urlaub am Gardasee verbinden. Nach einer kurvenreichen Etappe ist Limone ein schöner Ort für einen Cappuccino, ein Gelato oder eine längere Pause am Wasser.
Oberhalb des westlichen Gardasees liegt die Hochfläche von Tremosine sul Garda. Hier zeigt sich der Lago di Garda von einer völlig anderen Seite. Kleine Ortschaften liegen weit über dem Wasserspiegel und zahlreiche Aussichtspunkte ermöglichen beeindruckende Blicke über den See und zum gegenüberliegenden Monte Baldo.
Für Motorradfahrer gehören die Bergstraßen rund um Tremosine zu den interessantesten Abschnitten der Region. Die Straßen sind teilweise schmal und verlangen eine vorausschauende Fahrweise. Gerade dadurch entsteht jedoch ein völlig anderes Fahrerlebnis als auf den großen Uferstraßen.
Eine der bekanntesten Straßen am Gardasee ist die Strada della Forra. Die außergewöhnliche Straße führt durch die Schlucht des Brasa-Baches hinauf Richtung Tremosine und wurde teilweise direkt in den Fels gebaut.
Enge Felspassagen, Tunnel und die außergewöhnliche Linienführung haben die Straße international bekannt gemacht. Für Motorradfahrer ist sie weniger wegen hoher Geschwindigkeit interessant als wegen ihrer spektakulären Bauweise und Landschaft.
Da die Strada della Forra in der Vergangenheit wiederholt von Sperrungen, Bauarbeiten und Verkehrsregelungen betroffen war, sollte ihre aktuelle Befahrbarkeit unbedingt unmittelbar vor der geplanten Motorradtour geprüft werden.
Weiter südlich liegt Gargnano, einer der charmanten Orte am Westufer. Von hier führen Straßen vom See weg hinein in das bergige Hinterland. Innerhalb kurzer Zeit verschwindet der Trubel der Uferstraße und wird durch kleine Dörfer, Waldpassagen und kurvige Bergstraßen ersetzt.
Genau solche Abstecher machen eine Motorradtour am Gardasee besonders spannend. Statt ausschließlich der Uferstraße zu folgen, lohnt es sich, immer wieder die Höhenzüge westlich des Sees einzubeziehen.
Ein besonders interessantes Gebiet für Motorradfahrer befindet sich rund um das Valvestino. Die Berglandschaft westlich des Gardasees bietet kleine Straßen, zahlreiche Kurven und deutlich weniger touristischen Verkehr als die unmittelbaren Seeufer.
Der Lago di Valvestino bildet dabei einen landschaftlichen Höhepunkt. Die Straße folgt teilweise dem Verlauf des Stausees und führt durch eine ursprüngliche Bergwelt. Wer am Gardasee nach echten Motorradstrecken abseits der großen Touristenachsen sucht, findet hier eine attraktive Alternative.
Westlich des Gardasees liegt mit dem Idrosee ein weiteres attraktives Ziel für Motorradfahrer. Der deutlich kleinere Bergsee besitzt eine ruhigere Atmosphäre und lässt sich hervorragend in eine Tagestour durch das westliche Hinterland einbauen.
Die Verbindung zwischen Gardasee, Valvestino und Idrosee bietet einen gelungenen Wechsel zwischen engen Bergstraßen, Seenlandschaften und kleinen italienischen Orten. Besonders für Motorradfahrer, die nicht ausschließlich bekannte Hauptstrecken fahren möchten, ist diese Gegend interessant.
Wer anspruchsvollere Bergstrecken sucht, kann seine Motorradtour vom Gardasee weiter nach Westen ausdehnen. Der Passo Croce Domini führt auf eine Höhe von fast 1.900 Metern und eröffnet eine deutlich hochalpinere Landschaft.
Die Straßencharakteristik unterscheidet sich stark von den touristischen Uferstraßen. Motorradfahrer sollten hier mit schmaleren Abschnitten, wechselnden Straßenverhältnissen und alpinen Bedingungen rechnen. Gerade erfahrene Tourenfahrer schätzen solche Strecken wegen ihrer Ursprünglichkeit.
Am nördlichen Ende des Gardasees liegt Riva del Garda. Die mächtigen Berge, die hier unmittelbar hinter dem Ort aufsteigen, geben dem nördlichen Gardasee seinen unverwechselbaren Charakter. Riva ist gleichzeitig ein wichtiger Ausgangspunkt für Motorradtouren Richtung Trentino.
Von hier führen Strecken nach Ledro, Tenno, Arco, Rovereto und weiter in die Bergwelt des Trentino. Wer mehrere Tage mit dem Motorrad am Gardasee verbringt, kann von Riva aus täglich völlig unterschiedliche Routen unter die Räder nehmen.
Nur wenige Kilometer von Riva entfernt liegt Torbole sul Garda. Der Ort ist vor allem für Wassersport bekannt, besitzt aber auch für Motorradfahrer eine interessante Lage. Hier treffen die Straßen entlang des Sees auf die Verbindungen Richtung Rovereto und in das östliche Bergland.
Eine Pause an der Uferpromenade bietet sich besonders nach einer längeren Bergtour an. Motorrad abstellen, Blick über den See genießen und bei italienischem Kaffee die nächste Route planen – am Gardasee gehört auch das zum Motorradurlaub.
Vom nördlichen Gardasee ist der Ledrosee schnell erreicht. Die Region rund um das Ledrotal bildet einen reizvollen Kontrast zum lebhaften Gardasee. Das Wasser liegt eingebettet zwischen bewaldeten Bergen und eignet sich hervorragend als Zwischenziel einer Motorradtour.
Von hier kann die Strecke Richtung Storo und Idrosee fortgesetzt werden. Dadurch entsteht eine besonders schöne Runde, bei der mehrere Seen und unterschiedliche Berglandschaften miteinander kombiniert werden.
Ein weiteres landschaftliches Highlight liegt oberhalb von Riva: der Lago di Tenno. Sein auffallend türkisfarbenes Wasser macht ihn zu einem beliebten Ausflugsziel. Die Straßen in dieser Gegend führen durch eine abwechslungsreiche Voralpenlandschaft und eignen sich hervorragend für kleinere Motorradrunden.
In Verbindung mit Tenno, Fiavé und dem Hinterland des nördlichen Gardasees lässt sich eine entspannte Motorradtour zusammenstellen, bei der Landschaft und Genuss stärker im Mittelpunkt stehen als möglichst viele Kilometer.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Sees verläuft die Gardesana Orientale. Sie verbindet den nördlichen Gardasee mit Orten wie Malcesine, Brenzone, Torri del Benaco und Garda.
Die Strecke bietet immer wieder direkte Blicke auf den Gardasee und die gegenüberliegenden Berge. Im Vergleich zu den dramatischen Tunnelpassagen des Westufers besitzt die Ostseite einen anderen Charakter: mediterrane Ortschaften, Uferpromenaden und der mächtige Bergrücken des Monte Baldo begleiten die Fahrt.
Malcesine gehört zu den bekanntesten Orten am östlichen Gardasee. Die historische Scaligerburg, der kleine Hafen und die engen Gassen bilden eine attraktive Kulisse für einen Zwischenstopp.
Direkt hinter Malcesine erhebt sich der Monte Baldo. Damit treffen hier See und Gebirge besonders eindrucksvoll aufeinander. Wer etwas Zeit mitbringt, kann das Motorrad stehen lassen und mit der Seilbahn in die Höhenlagen des Monte-Baldo-Massivs fahren.
Für Motorradfahrer ist der Monte Baldo nicht nur Aussichtskulisse. Besonders auf seiner Ostseite und im südlichen Bereich führen attraktive Straßen durch die Berglandschaft. Eine beliebte Möglichkeit besteht darin, vom See Richtung Caprino Veronese und Spiazzi zu fahren und anschließend die Höhenstraßen des Monte-Baldo-Gebietes zu erkunden.
Je nach gewählter Route eröffnen sich fantastische Aussichten auf die umliegenden Berge und teilweise auf den Gardasee. Die Temperaturen können hier deutlich niedriger sein als direkt am Wasser – gerade im Hochsommer eine angenehme Abwechslung.
Auf der Ostseite des Monte Baldo befindet sich bei Spiazzi die berühmte Wallfahrtskirche Madonna della Corona. Das Heiligtum wurde spektakulär an eine steile Felswand gebaut und gehört zu den außergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten rund um den Gardasee.
Für Motorradfahrer lässt sich das Ziel hervorragend mit einer Tour über die Bergstraßen des Monte Baldo verbinden. Wer neben dem Fahren auch besondere Orte entdecken möchte, findet hier einen lohnenden Zwischenstopp.
Noch weiter östlich beginnen die Monti Lessini. Die Lessinischen Berge werden bei einer klassischen Gardasee-Reise häufig übersehen, sind für Motorradfahrer jedoch ausgesprochen interessant. Kleine Straßen ziehen sich über Hochflächen, durch Wälder und traditionelle Bergdörfer.
Wer mehrere Tage am Gardasee verbringt, findet hier eine ausgezeichnete Alternative zu den stärker befahrenen Uferstraßen. Eine größere Motorradrunde kann Monte Baldo, Lessinia und anschließend wieder das östliche Gardaseeufer miteinander verbinden.
Im südöstlichen Bereich verändert der Gardasee seinen Charakter. Rund um Garda, Bardolino und Lazise wird die Landschaft sanfter und mediterraner. Weinberge, Olivenbäume und historische Ortskerne bestimmen das Bild.
Hier steht bei einer Motorradtour weniger die nächste Spitzkehre als das italienische Lebensgefühl im Vordergrund. Eine Pause am Hafen, ein Espresso auf der Piazza oder ein Abendessen nach der Tour gehören genauso zum Motorradurlaub am Gardasee wie die Bergstraßen.
Vom östlichen und südöstlichen Gardasee lohnt sich außerdem ein Abstecher Richtung Valpolicella. Die bekannte Weinregion nördlich von Verona bietet eine sanfte Hügellandschaft mit kleinen Ortschaften und kurvigen Landstraßen.
Damit lässt sich ein Tourentag bewusst anders gestalten: statt hoher Alpenpässe stehen Weinberge, italienische Dörfer und entspanntes Cruisen im Mittelpunkt. Gerade diese Vielfalt ist eine der großen Stärken der Region Gardasee.
Wer den Gardasee mit dem Motorrad erkundet, sollte sich nicht ausschließlich auf eine komplette Seeumrundung konzentrieren. Landschaftlich und fahrerisch interessanter sind häufig Touren, bei denen die Uferstraße mit den umliegenden Bergregionen kombiniert wird.
Das Westufer begeistert mit Felswänden, Tunneln, Tremosine und dem bergigen Hinterland. Im Norden öffnen sich die Tourenmöglichkeiten Richtung Trentino, Ledrosee und Dolomiten. Das Ostufer verbindet die Orte am Wasser mit dem Monte Baldo und den Bergen Richtung Verona.
Für ambitionierte Tourenfahrer ist der Gardasee außerdem ein möglicher Ausgangspunkt für größere Motorradtouren Richtung Dolomiten. Vom nördlichen See führen die Straßen über das Trentino in Richtung der berühmten Bergmassive und Passstraßen.
Je nach Route und verfügbarer Zeit können daraus lange Tagestouren mit mehreren hundert Kilometern entstehen. Wer früh startet, erlebt innerhalb eines Tages mediterranes Gardasee-Flair und hochalpine Dolomitenlandschaft.
Eine interessante Motorradstrecke führt vom Raum Riva und Tenno über den Passo di Ballino Richtung Comano Terme. Die Straße verbindet das Gardaseegebiet mit dem westlichen Trentino und eignet sich hervorragend als Bestandteil einer größeren Rundtour.
Von dort eröffnen sich weitere Möglichkeiten Richtung Brenta-Dolomiten, Molvenosee oder Madonna di Campiglio. Damit liegt bereits das nächste große Motorradrevier praktisch vor der Haustür.
Der Molvenosee vor der Kulisse der Brenta-Dolomiten gehört zu den landschaftlich schönsten Erweiterungen einer Gardasee-Motorradtour. Vom nördlichen Gardasee lässt sich die Region über kurvenreiche Straßen erreichen.
Die Kombination aus Gardasee, kleineren Bergseen und den steilen Felswänden der Brenta-Dolomiten bietet Motorradfahrern innerhalb eines Tourentages enorme landschaftliche Abwechslung.
Wer die Runde weiter ausdehnen möchte, kann Richtung Madonna di Campiglio und über den Passo Campo Carlo Magno fahren. Hier befindet man sich endgültig in einer klassischen alpinen Motorradlandschaft.
Die Strecke lässt sich mit verschiedenen Straßen des westlichen Trentino verbinden und anschließend wieder Richtung Gardasee führen. Für einen langen Tourentag entsteht so eine eindrucksvolle Kombination aus See, Tälern, Pässen und Dolomitenpanorama.
Eine komplette Motorradrunde um den Gardasee gehört für viele Besucher trotzdem einmal zum Urlaub dazu. Die reine Umrundung umfasst je nach genauer Streckenführung ungefähr 150 Kilometer. Aufgrund des Verkehrs und zahlreicher Ortsdurchfahrten sollte dafür jedoch ausreichend Zeit eingeplant werden.
Die Runde ist vor allem landschaftlich interessant. Wer dagegen möglichst viele Kurven fahren möchte, kombiniert besser einzelne Abschnitte der Uferstraßen mit Tremosine, Valvestino, Ledrotal, Monte Baldo oder den Bergstraßen des Trentino.
Der Gardasee gehört zu den meistbesuchten Ferienregionen Italiens. Besonders während der Sommermonate und an Wochenenden können die Uferstraßen stark belastet sein. Für Motorradfahrer lohnt es sich deshalb, früh am Morgen zu starten und die beliebten Seeabschnitte außerhalb der verkehrsreichsten Zeiten zu fahren.
In den Bergen verändert sich die Situation häufig bereits wenige Kilometer vom See entfernt. Dort werden die Straßen ruhiger und das eigentliche Motorradparadies rund um den Gardasee beginnt.
Der besondere Reiz eines Motorradurlaubs am Gardasee entsteht aus der Verbindung zweier Welten. Auf der einen Seite stehen Espresso, Gelato, historische Altstädte, Palmen, Olivenhaine und das blaue Wasser des Lago di Garda. Auf der anderen Seite warten Bergstraßen, Schluchten, Hochflächen und die Ausläufer der Alpen.
Mit Gardesana Occidentale, Tremosine, Valvestino, Idrosee, Ledrosee, Monte Baldo, Passo di Ballino und den zahlreichen Straßen des Trentino befindet sich rund um den Gardasee ein außergewöhnlich vielseitiges Netz für Motorradtouren. Wer noch größere Runden fahren möchte, erreicht von hier die Brenta-Dolomiten und weitere berühmte Motorradregionen Norditaliens.
Genau deshalb ist der Gardasee für Motorradfahrer ein Reiseziel, das auch nach mehreren Aufenthalten spannend bleibt. Heute geht es durch enge Bergstraßen hoch über den See, morgen entlang des Wassers nach Malcesine und am nächsten Morgen wartet bereits eine Tour ins Trentino. Und wenn das Motorrad am Abend steht, beginnt mit italienischer Küche, einem Glas Wein und dem Blick auf den Gardasee der zweite schöne Teil des Tourentages.


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