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Das Passeiertal in Südtirol gehört zu den Regionen, bei denen Motorradfahrer schon beim Blick auf die Landkarte Lust aufs Losfahren bekommen. Nördlich von Meran zieht sich das Tal durch eine beeindruckende alpine Landschaft und verbindet einige der bekanntesten Motorradstrecken Südtirols. Mit dem Jaufenpass und dem Timmelsjoch liegen gleich zwei herausragende Alpenpässe praktisch vor der Haustür. Dazu kommen kurvenreiche Talstraßen, kleinere Bergstraßen, traditionelle Südtiroler Orte und zahlreiche Möglichkeiten, das Passeiertal mit weiteren Pässen in Südtirol, Tirol und den Dolomiten zu kombinieren.
Für einen Motorradurlaub im Passeiertal ist die Lage nahezu ideal. Von Meran über St. Martin und St. Leonhard bis hinauf nach Moos verändert sich die Landschaft kontinuierlich. Weinberge und mediterran geprägte Vegetation im unteren Tal gehen allmählich in eine hochalpine Bergwelt über. Genau dieser Kontrast macht eine Motorradtour durch das Passeiertal so reizvoll.
Eine Fahrt mit dem Motorrad durch das Passeiertal beginnt häufig im Raum Meran. Von dort folgt die Straße der Passer nordwärts. Anfangs fährt man durch eine vergleichsweise offene Tallandschaft, bevor die Berge immer näher an die Straße rücken und der Streckenverlauf zunehmend alpiner wird.
Über St. Martin in Passeier erreicht man schließlich St. Leonhard in Passeier. Für Motorradfahrer ist dieser Ort besonders wichtig, denn hier verzweigen sich zwei der attraktivsten Passrouten der Region: Richtung Osten geht es zum Jaufenpass, Richtung Norden über Moos zum Timmelsjoch.
Der Jaufenpass zählt zu den bekanntesten Motorradpässen Südtirols. Von St. Leonhard führt die Passstraße mit zahlreichen Kurven und Kehren hinauf auf 2.094 Meter. Die Strecke verlangt Aufmerksamkeit, belohnt Motorradfahrer aber mit großartigen Ausblicken auf die Südtiroler Bergwelt.
Oben angekommen öffnet sich das Panorama weit über die umliegenden Gipfel. Anschließend führt die Straße auf der anderen Seite hinunter Richtung Ratschings und Sterzing. Dadurch eignet sich der Jaufenpass hervorragend als Bestandteil einer großen Motorradrunde durch Südtirol.
Besonders interessant für Motorradfahrer ist die Möglichkeit, den Jaufenpass mit dem Penser Joch zu kombinieren. Von Sterzing führt die Strecke über das Penser Joch in Richtung Sarntal und anschließend zurück in den Raum Bozen und Meran. Daraus entsteht eine fantastische Rundtour mit unterschiedlichen Straßencharakteren und reichlich alpinem Fahrspaß.
Die zweite große Motorradstrecke des Passeiertals führt zum Timmelsjoch. Von St. Leonhard geht es zunächst über Moos in Passeier immer tiefer hinein in die Bergwelt. Mit zunehmender Höhe wird die Landschaft karger und spektakulärer, bis schließlich die hochalpine Straße zum Timmelsjoch beginnt.
Auf 2.474 Metern verbindet das Timmelsjoch Südtirol mit dem österreichischen Ötztal. Die Fahrt gehört zu den eindrucksvollsten Motorraderlebnissen der Region. Weite Kurven wechseln sich mit engeren Passagen ab, während sich immer neue Perspektiven auf die umliegenden Gipfel eröffnen.
Das Timmelsjoch mit dem Motorrad ist allerdings ein saisonales Erlebnis. Aufgrund der Höhenlage ist die Straße im Winter geschlossen und wird üblicherweise erst wieder geöffnet, wenn Schnee- und Straßenverhältnisse dies zulassen. Vor jeder Tour sollten Motorradfahrer deshalb den aktuellen Öffnungsstatus und die Wetterlage prüfen.
Ein besonders passendes Ausflugsziel für Motorradfans befindet sich auf österreichischer Seite der Timmelsjoch-Hochalpenstraße: das Top Mountain Motorcycle Museum am Crosspoint. Die umfangreiche Motorradsammlung macht den Stopp zu einer idealen Ergänzung einer Tour über das Timmelsjoch.
Hier lässt sich die Leidenschaft fürs Motorradfahren hervorragend mit einer Pause verbinden. Anschließend kann die Fahrt durch das Ötztal fortgesetzt oder über das Timmelsjoch wieder zurück ins Passeiertal geführt werden.
St. Leonhard in Passeier besitzt für Motorradfahrer eine strategisch hervorragende Lage. Hier treffen die Routen Richtung Meran, Jaufenpass und Timmelsjoch zusammen. Dadurch können Motorradfahrer morgens spontan entscheiden, ob sie Richtung Südtiroler Pässe, österreichische Alpen oder Meraner Land starten möchten.
Gleichzeitig eignet sich St. Leonhard für eine Pause zwischen zwei Passetappen. Cafés und Gasthäuser bieten Gelegenheit, vor dem nächsten Anstieg noch einmal Kraft zu tanken.
Hinter St. Leonhard führt die Straße weiter nach Moos in Passeier. Spätestens hier zeigt das Passeiertal seine deutlich alpinere Seite. Steile Berghänge, Wasserläufe und kleinere Seitentäler prägen die Landschaft.
Für Motorradfahrer ist dieser Abschnitt besonders reizvoll, weil er den Übergang von der Südtiroler Tallandschaft zur Hochgebirgswelt des Timmelsjochs markiert. Wer nicht gleich über den Pass fahren möchte, findet auch rund um Moos interessante Ziele für kleinere Ausfahrten und Pausen.
Am südlichen Eingang des Passeiertals liegt Meran. Die traditionsreiche Kurstadt bildet einen faszinierenden Gegenpol zu den hochalpinen Passstraßen. Palmen, historische Gebäude, Promenaden und italienisch-südtirolerische Lebensart sorgen für ein beinahe mediterranes Ambiente.
Eine Motorradtour lässt sich deshalb hervorragend mit einem Aufenthalt in Meran verbinden. Morgens geht es hinauf auf über 2.000 Meter, am Nachmittag sitzt man wieder zwischen mediterraner Vegetation bei einem Espresso. Kaum eine andere Motorradregion bietet solche landschaftlichen Kontraste auf vergleichsweise engem Raum.
Vom Raum Meran lässt sich eine Motorradtour aus dem Passeiertal hervorragend über den Gampenpass erweitern. Die Passstraße verbindet das Meraner Land mit dem Nonstal und eröffnet weitere Möglichkeiten für große Rundtouren.
Wer noch mehr Kurven möchte, kann anschließend weitere Südtiroler Bergstraßen einbauen oder über kleinere Verbindungen wieder Richtung Meran und Passeiertal zurückkehren. Damit wird deutlich, warum das Passeiertal als Ausgangspunkt für einen mehrtägigen Motorradurlaub so interessant ist.
Auch der Mendelpass lässt sich in größere Motorradtouren integrieren. Die kurvenreiche Strecke oberhalb des Etschtals gehört zu den bekannten Passstraßen der Region und verbindet Südtirol mit dem Trentino.
Auf dem Weg dorthin bietet die Südtiroler Weinstraße einen starken landschaftlichen Kontrast zu Jaufenpass und Timmelsjoch. Weinberge, Obstplantagen und historische Ortschaften begleiten die Strecke. Für Motorradfahrer entsteht daraus eine abwechslungsreiche Mischung aus Hochgebirge, Passstraßen und mediterran anmutender Kulturlandschaft.
Wer eine längere Tagestour plant, kann vom Passeiertal mit dem Motorrad auch Richtung Dolomiten aufbrechen. Über Meran und Bozen öffnen sich zahlreiche Möglichkeiten, die berühmten Passstraßen der Dolomiten in die Route einzubauen.
Dort warten bekannte Namen wie Sellajoch, Grödner Joch, Pordoijoch und Campolongo. Für eine solche Tour sollte ausreichend Zeit eingeplant werden, denn gerade in der Hauptsaison können die beliebten Dolomitenpässe stark frequentiert sein.
Eine der naheliegendsten Tourenkombinationen beginnt im Passeiertal und führt zunächst nach St. Leonhard. Von dort geht es über den Jaufenpass nach Sterzing. Je nach gewünschter Länge kann anschließend eine größere Runde durch Tirol geplant werden, bevor das Timmelsjoch als spektakuläre Rückfahrt ins Passeiertal dient.
Eine solche Motorradtour im Passeiertal verbindet gleich mehrere Höhepunkte: lange Bergauffahrten, Kehren, schnelle Talabschnitte und Hochgebirgslandschaften. Gerade erfahrene Tourenfahrer finden hier alles, was einen intensiven Tag auf dem Motorrad ausmacht.
Motorradfahren im Passeiertal bedeutet nicht, möglichst viele Kilometer in möglichst kurzer Zeit abzuspulen. Südtirol lebt auch von seinen Gasthöfen, Berghütten, Cafés und der regionalen Küche. Eine Pause mit Blick auf die Berge gehört deshalb genauso zur Motorradtour wie die nächste Passstraße.
Knödel, Speck, Schlutzkrapfen und Südtiroler Spezialitäten treffen auf italienische Pasta, Espresso und Gelato. Nach einer langen Tour bietet sich am Abend ein Südtiroler Wein an – natürlich erst, wenn das Motorrad für den Tag sicher abgestellt ist.
Die Motorradsaison im Passeiertal hängt stark von der Höhenlage der gewünschten Strecken ab. Während die tieferen Straßen rund um Meran bereits früher im Jahr gut befahrbar sein können, bestimmen auf Jaufenpass und insbesondere Timmelsjoch Schnee und Wetter die tatsächliche Saison.
Für eine Motorradtour über die hohen Alpenpässe sollten deshalb unmittelbar vor der Abfahrt die aktuellen Straßen-, Wetter- und Passinformationen geprüft werden. Selbst im Sommer können sich Temperatur und Wetter zwischen Meran und einer Passhöhe oberhalb von 2.000 Metern deutlich unterscheiden.
Das Passeiertal mit dem Motorrad zu entdecken bedeutet, einige der schönsten Gegensätze Südtirols miteinander zu verbinden. Mediterranes Meran, das ursprüngliche Passeiertal, der Jaufenpass auf 2.094 Metern und das spektakuläre Timmelsjoch auf 2.474 Metern liegen so dicht beieinander, dass daraus außergewöhnlich abwechslungsreiche Motorradtouren entstehen.
Dazu kommen weitere attraktive Ziele wie Penser Joch, Gampenpass, Mendelpass, Ötztal und die Dolomiten. Damit eignet sich das Passeiertal hervorragend als Basis für mehrere Urlaubstage auf dem Motorrad. Wer Südtirol wegen seiner Kurven, Alpenpässe, Panoramen und der besonderen Mischung aus alpiner und italienischer Lebensart liebt, findet im Passeiertal ein erstklassiges Motorradrevier.


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